Das FEES-Ausbilder-Zertifikat

Das FEES-Ausbilder-Zertifikat setzt ein gültiges FEES-Zertifikat voraus. Wer noch kein Grundzertifikat hat, kann das Ausbilder-Zertifikat nicht anstreben.

Voraussetzungen — Therapeut:innen

  • Gültiges FEES-Zertifikat
  • Ausreichende klinische Berufserfahrung in der Behandlung schluckgestörter Patientinnen und Patienten
  • 150 indirekt supervidierte Untersuchungen mit einer FEES-Ausbilderin oder einem FEES-Ausbilder
  • Davon 30 komplexe Fälle (Nasensonde, Trachealkanüle, stark eingeschränkte Kooperation)

Voraussetzungen — Ärzt:innen

  • Gültiges FEES-Zertifikat
  • Facharzt in einschlägigem Fachgebiet

Der Ausbildungsweg

Nach dem FEES-Zertifikat dokumentierst du 150 weitere Untersuchungen, die du mit einer Ausbilderin oder einem Ausbilder besprichst. Der Fokus verschiebt sich: Es geht nicht mehr primär um die eigene Untersuchungskompetenz, sondern darum, zu zeigen, dass du in der Lage bist, Auszubildende fundiert zu begleiten — methodisch und didaktisch. Am Ende steht die Ausbilder-Prüfung.

Was die Ausbilder-Rolle in der Praxis bedeutet

Die Supervision im FEES-Kontext hat eine Besonderheit: Ärzt:innen werden von Logopäd:innen supervidiert. Das ist für alle Beteiligten ein ungewohntes Setting — und es funktioniert dort gut, wo die Ausbilderin oder der Ausbilder die eigene fachliche Position klar versteht und die interdisziplinäre Konstellation nicht als Problem, sondern als Normalzustand behandelt.

Aus logopädischer Sicht: Neurologen haben in der Regel mehr Erfahrung mit interdisziplinärer Arbeit als andere Facharztgruppen — das erleichtert die Zusammenarbeit erheblich.

Zur Situation in Österreich

Es gibt zu wenige Ausbilder:innen. Das ist der eigentliche Engpass der Ausbildungslandschaft. Wer das Ausbilder-Zertifikat macht, leistet einen direkten Beitrag zur Versorgung.

Ich bin selbst europäischer FEES-Ausbilder und nehme Anfragen für Supervisionen in Wien entgegen. → Zur Ausbilder:innen-Liste